Wohngeld kürzen heißt am falschen Ende kürzen
Zielgenaue Unterstützung stärken statt Leistungsniveau absenken

Berlin, 4. November 2026.

„Wer zielgenaue Hilfe kürzt und gleichzeitig immer neue Eingriffe ins Mietrecht mit sozialen Härten begründet, handelt widersprüchlich. Das Wohngeld muss gestärkt, nicht geschwächt werden“, sagte Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke anlässlich der heutigen Expertenanhörung im Bundestag. Wohngeld setzt unmittelbar bei der wirtschaftlichen Situation eines Haushalts an. Aus Sicht von Haus & Grund Deutschland sollte diese Subjektförderung deshalb Vorrang vor weniger zielgenauen wohnungspolitischen Instrumenten haben.

Besonders kritisch sieht Haus & Grund, dass die tatsächliche Reichweite der Wohngeld-Plus-Reform von 2023 deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt: Ende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld, erwartet worden waren rund zwei Millionen. „Sparen allein ist noch keine Reform. Erst muss geklärt werden, warum das Wohngeld weniger Menschen erreicht als erwartet. Dann kann über die richtigen Konsequenzen gesprochen werden“, so Warnecke. Haus & Grund begrüßt zugleich die im Gesetzentwurf vorgesehenen Verwaltungsvereinfachungen. Einfachere Nachweise und digitale Verfahren können Antragsteller und Wohngeldstellen entlasten.